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Je-m'en-foutiste, living and writing in Cologne, Germany.


Suffimoiselle

Ledertapeten zum Anfassen, oder auch: Prinz(-essin) sein für einen Tag.

Ein Vorschlag für einen Tagesausflug zum schönen Schloss Augustusburg nach Brühl.

 

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Euch erwarten neben einem fantastischen Eis mit Pfefferminz- und Edelbitterschokoladengeschmack außerdem ein Best-Of aus diversen architektonischen Dekaden.

Brühl? Was soll ich denn in Brühl? Das ist doch am anderen Ende der Welt?!

Viele werden diesen Gedanken im Hinterkopf haben, wenn sie über die ersten Zeilen geflogen sind und gelesen haben, dass ich Brühl als Ziel für den nächsten Sonntagsausflug vorschlage. Aber: Gebt dem ganzen eine Chance, ihr werdet nicht enttäuscht!

Euch erwarten neben einem fantastischen Eis mit Pfefferminz- und Edelbitterschokoladengeschmack außerdem ein Best-Of aus diversen architektonischen Dekaden!!!

 

Im Osten der Stadt befindlich und direkt an der Bahnhofshalte Brühl gelegen, ist das schöne Schloss 1725 begonnen worden, zu erbauen. Der Architekt Johann Conrad Schlaun lieferte den Entwurf.

Bei dem Gebäude handelt es sich um eine Dreiflügelanlage, die einen Ehrenhof umschließt.

Das Intérieur wurde von keinem Geringeren als François de Cuvilliés im Stil des Régance und des Frührokoko gestaltet. Balthasar Neumann designte 1744 das imposante Treppenhaus, das von einem Deckenfresko im Stil des Trompe l'œil von Carlo Carlone abgerundet wird. 

 

Leider ist es nicht erlaubt gewesen, Fotos von dem beeindruckenden Treppenaufstieg zu schießen. Wer jedoch selbst den Weg bis nach Brühl wagt und eine Führung durch das Schloss wahrnimmt, der wird verstehen, dass sich in keinem Foto wiedergeben lässt, wie überwältigend der Mix aus Skulpturen, verschiedenen Marmoren und dem eben angepriesen Deckenfrisko wirkt.

Darüber hinaus erwarten den Besucher neben den typischen Rokokomöbeln und Dekorationen aus Keramik außerdem eine einzigartige Ledertapete, von der ein Stück als Anschauungs- und Anfassmaterial zur Verfügung steht. You can touch this!

 

Grüne Gärten mit bunten Blumen und Brunnen mit Fontänen. Nach einer erfolgreichen Visite des Gebäudes ist zunächst Erholung für die Füße angesagt. Lasst euch auf einer der vielen Holzbänke im Schatten nieder!

 Im sonnigen Schein der ersten warmen Strahlen kann perfekt die Seele im Schlosspark baumeln gelassen werden. Wer mag, verspeist genüsslich ein Stück Kuchen zum Kaffee, der einen wieder auf Trab bringen wird, oder eine der wunderbaren Eiskreationen. Wie einladend!  

 

Schloss Falkenlust.

Wer danach immer noch nicht genug hat, der hat die Möglichkeit, sich außerdem das Schloss Falkenlust, in unmittelbarer Nähe und zum Schloss Augustusburg gehörig, zu besuchen. Das Jagdschloss betört ebenfalls durch Rokokoarchitektur par excellence.

Wer durch die hier präsentierten Impressionen der Schlösser durch die abgebildeten Fotografien immer noch kein Anreiz verspürt, Brühl mal einen Besuch abzustatten, dem soll gesagt sein, dass die beiden Teil der UNESCO Welterbstätte sind. 

Plus: Das Max Ernst Museum ist fußläufig binnen von fünf gemütlichen Minuten zu erreichen. Aktuell widmet es dem Künstler Jürgen Klauke mit Selbstgespräche eine Retrospektive aus  Zeichnungen, die sich mit den aufrüttelnden und teils surreal-magisch anmutenden Malweisen mit dem Thema des menschlichen Daseins in all seinen Facetten auseinandersetzt.

Einen kleinen Vorgeschmack findet ihr in dem Artikel, der unter dem Vorschlag zum Sonntagsausflug beigefügt ist. 

Ich wünsche euch, oder sogar eurer ganzen Familie, da Brühl etwas interessantes für jeden zu bieten hat, viel Vergnügen und Spaß bei der Visite!




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