published in 'Encounters von Juptr' on Juptr.io

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Eine Sekunde 

Gefühlt den Bruchteil einer Sekunde dauert es bis...

Und dann ist alles vorbei. Vielleicht hat es sich auch nur geändert.

 

Ein kleines Lächeln zauberte sich wie von selbst auf mein Gesicht, obwohl ich ihn das erste Mal sah. Irgendetwas hatte er an sich, das mir auf Anhieb gefiel. Natürlich grüßte ich ganz cool zurück. Ganz erwachsen und nicht naiv.

 Zehn Monate später wusste ich, dass ich das Wort "naiv" besser verkörperte als jedes Kind. Aber ich wollte es nicht wahrhaben. Ich wollte, dass er mich wirklich wollte. 

Knapp ein Jahr lang haben wir zusammen gearbeitet und nach einer schmerzlichen Trennung, die er überleben musste war ich sein Anker. Auch bekannt als Trostpflaster. Das sagte er nie zu mir und gab es auch niemals zu, aber irgendwie wusste ich es trotzdem. 

Eine feste Beziehung einzugehen war wohl die dümmste Entscheidung meines Lebens. Aber der Augenblick als ich ihm das erste Mal in die Augen schaute und sich etwas in mir regte nahm mir die Entscheidung ab. Die nächsten Tage, Wochen und Monate waren wunderschön und höllisch schmerzhaft zugleich, bis ich am Ende nur noch litt. Ich habe mich mit dieser Entscheidung selber kaputt gemacht. Abhängig von etwas, das nur aus dem Affekt heraus entstanden ist an das Gefühl der ersten Begegnung zu glauben. 

Jetzt bin ich hier und komme nicht von ihm los. Lasse ihn weiter mit einem dreckigen Finger in meinen Wunden rumstochern. Darauf wartend, dass es jeden Moment zu Ende gehen könnte. Diese Angst einfach weiter zu ertragen. Wieso nur? Alles nur, wegen diesem ersten "hallo",das alles verändert hat? Die Begegnung, die einen ganzen Menschen machtlos gemacht hat. Auch, wenn es nur ein schwacher Mensch war. Verloren an die erste Liebe.




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