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la familia grande


sarafina

Abgezockt- Unternehmen unfreiwillig auf Erfolgskurs

 

 

„Gestern Abend wurde gegen 19:05 im Supermarkt nahe der Corneliusstraße ein zart rötliches Kernobstgewächs gesichtet, bei dem es sich möglicherweise um den heiß begehrten Apfel der Sorte Pink Lady handeln könnte. Wir bitten inständig darum, Ruhe zu bewahren, da die Identifikation des Apfels nicht vollständig geklärt ist“.


Diese Eilmeldung verbreitete sich gestern rasanter als ein Lauffeuer und setzte eine ganze Stadt in Aufruhr, ist die beliebteste Apfelsorte der Nation doch seit Wochen schon so gut wie vergriffen. Dass diese Apfelmarke es schaffen würde, ganz Düsseldorf derartig in Ausnahmezustand zu versetzten, hätte selbst Norbert Kassner, Leiter des besagten Supermarktes, nicht für möglich gehalten : „ Verrückt! Die Leute sind völlig verrückt geworden! “ berichtet er schweißgebadet. Sein Versuch, mit verschränkten Armen seine Schweißflecken unter den Achseln, die sich deutlich sichtbar auf seinem Hemd abzeichneten, zu verstecken, blieb erfolglos. „ Seitdem Pink Lady ihren eigenen Blog auf Juptr.de bekommen hat, rennen uns die Leute die Bude ein. Dass durch so einen Blog ein derartiger Hype entstehen könnte“, ergänzte er nach Luft schnappend “ hätte ich nicht für möglich gehalten“. Mit letzter Kraft schaffte der erschöpfte Mann es jedoch noch, diese Neuigkeit im besagten Blog zu teilen. Wie sich später herausstellte ist Kassner einer der aktivsten Mitglieder des Channels und Gewinner der „ Lady in pink “ Challenge, bei der User ihre verrücktesten Erlebnisse mit einem Pink Lady Apfel im Forum posten. 

Bei so viel geteiltem externen und internen Content werden immer mehr Menschen auf das Produkt aufmerksam, denn sie kommen gefühlt nicht mit Werbung in Kontakt sondern erfahren nur, was interessiert. Kaum zu glauben, dass ,vor ein paar Wochen, diese Apfelmarke noch völlig unbeachtet ihr Dasein im Supermarkt fristete. Blog sei Dank ist die Marke nun bekannt wie ein bunter Hund und bereits in den meisten Läden vergriffen. Verantwortlicher und Erfinder der Social Content Plattform Jan Steinbach ist derzeitig untergetaucht und steht für keinerlei Interviewers zur Verfügung, im Gegensatz zu Marketingleiter von Pink Lady, Axel B. Der Mann war völlig außer sich, wollte sich jedoch trotzdem äußern. „ Natürlich war mir klar, dass die Erstellung eines Brand Chanels mit inhaltlichem Mehrwert für unsere Kunden die Reichweite und Markenbekanntheit signifikant steigern könnte“ polterte er, „aber es kann doch keiner ahnen, dass es gleich so durch die Decke geht “

Der Mann, der natürlich nun durch die starken Verkaufszahlen gezwungen ist, länger als 15:00 Uhr auf der Arbeit zu verweilen, kann jedem Unternehmer nur dringend davon abraten, ebenfalls einen Brand Channel einzurichten „ Jetzt haben wir den Salat. Wir als Unternehmen haben mit dem Brand Channel jetzt unser eigenes Medium erschaffen, womit wir noch mehr Werbeplattform für die User schaffen, selber Artikel mit CTA Buttons integrieren oder Links zu Landingpages teilen können. Wir haben mittlerweile so viele User, die Artikel schreiben, relevanten Content teilen oder in Foren Apfelkuchenrezepte austauschen, dass kein Ende in Sicht ist.“ , wimmerte Herr B, während er seine Flugtickets für seine geplante Karibikreise demonstrativ in Fetzten zerriss. An dieser Stelle ergriff der stellvertretende Geschäftsführer Lukas K das Wort : „ Sehen Sie, wir sind eine mittelgroße Firma, die einfach nur ein bisschen Werbung machen wollte. Wir fühlen uns im wahrsten Sinne des Wortes veräppelt. Kein Mensch hat uns gesagt, welche Kreise das ziehen würde. Wir sind auf solche Erfolge doch gar nicht ausgerichtet. Sogar meine Tochter, die Obst überhaupt gar nicht mag, verlangt diesen Apfel. Wo soll das hinführen?“

 Leider können wir Ihnen weitere Antworten des Interviews nicht mit 100 prozentiger Sicherheit im Hinblick auf ihre Richtigkeit aufzeigen, da Herr K fortlaufend damit beschäftigt war, sich Apfelviertel einzuverleiben und mit vollem Mund nur schwer zu verstehen war. Auf die Frage nach der Bedeutung des Briefes, der plakativ auf seinem Schreibtisch lag, antwortete er nur, dass es sich hierbei um eine „ Petition“ handele, mit dem Zweck „ dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten“. Anscheinend versucht der Mann Unterschriften zu sammeln, um so Jan S davon zu überzeugen, seine Content Plattform wenigstens kostenpflichtig zu gestalten, damit nicht noch mehr Unternehmen unfreiwillig in die Erfolgsfalle tappen. Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, jeder Marketingleiter Abstand von dieser Social Content Plattform nehmen sollte, wenn ihm erfolgsversprechende Marketingmaßnahmen widerstreben.







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