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Unverhofft

Ich schnappe nach Luft, wie kann er das nur tun? Etwas in mir schreit nach Hilfe.

 

Sein Blick gleitet zu mir hinüber.

Ein Lächeln schleicht sich auf seine Lippen und dann bewegt er sich in meine Richtung.

Ich starre ihn an, unfähig mich zu rühren.

Schließlich bleibt er vor mir und meinen Freunden stehen.

Ich finde, er sieht gut aus. Er hat so schönes dunkles Haar und perfekt gepflegte Schuhe. Nachdenklich schaut er auf uns herab, dieser Schönling.

Auf einmal packt er mich am Arm und zerrt mich unsanft von meinen Freunden fort.

Ich schnappe nach Luft, wie kann er das nur tun?

Meine Freunde schweigen.

Die Sonne geht bereits unter und er schlendert mit mir die Straßen entlang.

Noch immer bin ich nicht in der Lage, einen Ton heraus zu bekommen, geschweige denn mich von ihm los zu machen.

Etwas in mir schreit nach Hilfe. Trotzdem genieße ich seine Gesellschaft.

Meine Haare wirbeln ihm gegen die Jacke.

Seine Hand wird schwitzig.

Ich fröstle.

Er scheint zu merken, dass es mir nicht gut geht, denn er schaut stirnrunzelnd auf mich herab.

Wir erreichen seine Wohnung.

Er holt ein feuchtes Taschentuch und legt es mir auf die Stirn. Das tut gut.

Es läutet an der Tür und er macht auf.

Sie sieht wunderschön aus, und er holt mich aus der Küche.

Als wäre ich ein Geschenk, ein wertloses Objekt, übergibt er mich ihr. Wieder einmal frage ich mich, wie er dazu nur fähig sein kann!

Dann werden ihre braunen Augen groß und ich sehe den roten Lippenstift, der ihre Lippen strahlen lässt. Ihr Lächeln beruhigt mich ein bisschen.

Trotzdem überkommt mich eine Welle der Eifersucht.

Ermutigend nickt er mir zu. Da weiß ich, dass er auch meine Schönheit schätzt.

Sie geben mir etwas zu trinken und ich seufze erleichtert.

"Die Blume ist wirklich bezaubernd", sagt sie.

Wenn ich könnte, würde ich jetzt rot anlaufen.



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