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Ich heiße Marie Herbst und schreibe neben meinem Beruf als Heilpädagogin Poetry Slam Texte und Gedichte, die ich bei der ein oder anderen Open Stage in meiner Wahlheimat München vortrage. 


Marie Theres Herbst

Auf der Suche nach sich selbst: Wer bin ich?

Wer bin ich?

Manchmal bin ich ein Ja,
manchmal bin ich ein Nein,
manchmal habe ich das Gefühl, mehr Schein als Sein zu sein.

Manchmal fühle ich mich schön,
manchmal sehe ich diese Schönheit in weiter Ferne,
manchmal habe ich Angst, dass sich mein Inneres und mein Äußeres voneinander entfernen.

Manchmal bin ich zerbrechlich.
Ich wünschte, ich wäre unzerbrechlich,
aber ich bin es nicht,
hin und wieder zerbreche ich.

Manchmal bin ich ängstlich.
Ich habe Angst vor großen und vor kleinen Dingen,
habe Angst davor, dass Sachen, die ich mir wünsche, mir nicht gelingen.

Manchmal bin ich laut,
manchmal bin ich leise.
Das bin ich oft in den falschen Momenten,
in denen, wo ich sprechen sollte,
aber stattdessen schweige.

Manchmal bin ich glücklich
und genieße diesen Moment
und manchmal verpasse ich wegen meiner Grübelei diesen Glücksmoment.

Manchmal bin ich unsicher.
Ich wünschte mir, ich wäre sicher,
dass ich sicher wirke und sicher erscheine,
dass meine Unsicherheit nicht durchscheine.

Manchmal bin ich kraftlos.
Ich wünschte, ich hätte mehr Kraft,
mehr Kraft, um Dinge anzupacken und um Dinge loszulassen,
doch ich halte sie oft fest und lasse sie unbedacht fallen,
aus Angst, es könnte manchmal anderen nicht gefallen.

Manchmal wünschte ich mir,
mehr zu vertrauen und weniger misstrauen,
mich einlassen auf das Unbekannte,
mich fallen lassen
in dieses von mir bisher noch nicht Gekannte.

Manchmal bin ich sensibel,
manchmal bin ich verletzlich,
ich wünschte, ich könnte es verbergen, aber dies gelingt mir oft nicht.

Manchmal weine ich,
innerlich und nur für mich,
äußerlich lächele ich und weine nicht,
doch innerlich möchte ich es,
denn äußerlich Schwäche zu zeigen,
bedeutet das wirkliche Tragen von Stärke in sich.

Manchmal wünschte ich,
ein wenig mehr stolz zu sein,
auf das, was ich schaffe,
auf das, was ich bin,
dass ich nicht perfekt bin, aber doch mehr als okay bin.

Manchmal bin ich widersprüchlich
und weiß manchmal nicht,
was ich will
und frage mich, ob ich das, was ich will, auch wollen will.

Manchmal mache ich Fehler
und manchmal wiederhole ich meine Fehler,
bevor ich aus ihnen lerne
und mich so von alten Mustern entferne.

Manchmal zweifele ich an mir,
zweifele an meinem Äußeren
und an meinem Inneren
und lasse manchmal das Zweifelhafte gewinnen.

Manchmal bin ich mutig
und manchmal verlässt mich der Mut,
dann aber begebe ich mich auf die Suche
und finde ihn erneut, diesen Mut.

Und manchmal bin ich einfach nur ein Manchmal
und manchmal bin ich ein Oft
und manchmal sogar ein Immer,
aber vor allem bin ich nicht eines, sondern vieles!           
 

 







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