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Aus Arabien: Um ein Haupt zu beugen, genügt ein Schwert. Aber um ein Herz zu beugen, bedarf es eines Herzens.


nanhwwjd

Der Held, den niemand wollte

 

Ich hätte mir so etwas Aufregendes nie träumen lassen. Ausgerechnet ich durfte auf einem Flug in die Berge mit dem Helikopter mit. Doch wer hätte an das Ende gedacht? Ich liebte diesen Ausblick. Es war wunderschön diese Freiheit zu spüren. Überall war Schnee und eine reine Landschaft der Natur. Angst kannte ich nicht. So sehr, wie ich mich gefreut hatte, konnte ich so etwas gar nicht spüren. Und das war es wert gewesen. "Machen Sie sich keine Sorgen. Das ist normal, wenn etwas Wind aufkommt." Doch es sollte ganz anders kommen. Nur Sekunden eines starken, jedoch genauso rasch aufziehenden Blizzards rissen uns durch die Luft. Man konnte draußen nur noch weiß erkennen, doch ich hatte Wichtigeres zu tun, als hinaus zu schauen, nämlich zu schreien. Schwarz und plötzlich alles weiß. Meine Augen öffneten sich. "Ah." Stieß ich aus und merkte, dass meine Beine sich nicht mehr bewegen wollten unter der Last einer Metallplatte. Da sah ich es. Zwei Trümmerhaufen. Der Pilot hing aus dem Fenster. Ich wandte meine Augen ab, denn der Schnee färbte sich. "Hilfe!" Schrie ich mit der Kraft, die ich fand. Aber wer sollte mich hier schon hören? "Hilfe!" Es wurde langsam dämmerig. So wie ich das einschätzte, waren es ca. 2km bis zur nächsten Stadt, also bis zum nächsten Menschen...

 

"Wuff, Wuff!" Zog es mir durch den Körper und ich erstarrte. Ein riesiger, breiter Hund, den man nur von den Leuten kannte, mit denen Leute wie ich nicht gerne gesehen werden wollten und von denen man nur das Schlimmste hörte. "Braver Hund. Guter Hund." Zitterte meine Stimme, doch da kam er schon auf mich zu gerannt. "Ah!" Schrie ich wieder. Und als ich meine Augen wieder auftat, rechnete ich nicht damit, dass er mir die Platte von den Beinen weg geschoben hatte. Wie angewurzelt stand er vor mir. Ich hätte ihn berühren können, doch dazu war ich viel zu sehr gelähmt. Was sagten mir seine Augen? Sie sahen furchterregend und treu zugleich aus. Ich rutschte hin und her, doch meine Beine ließen sich nicht bewegen. Er stuppste mit der Nase darunter. "Hey, weg da." Da rannte der in einem Nu um mich und biss mir in die Schulter. Aus Reflex spürte ich Schmerz, bis ich merkte, dass es nur meine Jacke war, mit der er mich über den Boden zerrte. Er brachte mich bis kurz vor die Stadt und holte dann Hilfe. Ich hätte es nie gedacht, aber wahrscheinlich hatte mir dieser Hund das Leben gerettet. Der Mann erzählte mir, dass niemand ihn wolle, weil jeder Angst vor ihm hatte. Er war in der Stadt als Mörderhund verschrien. Ja, eigentlich dachte ich es auch. Aber anscheinend brauchte er nur ein Zuhause, wie ich einst einen Retter...

 

Ein neues Zuhause
Glaubst du auch noch daran, dass ich dir etwas tun will?



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