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Wie sich Stressessen bemerkbar macht

Wenn nach der Mahlzeit nicht das Sättigungsgefühl, sondern das schlechte Gewissen kommt.

 

Essen am Steuer

Stressessen läuft fast immer gleich: Schnell, nebenbei und am liebsten süß oder fettig oder beides. Unter Stress neigen wir dazu, zu energie- und fettreich zu essen. Es gibt vermutlich niemanden, der bei Stress o.ä. Heißhunger auf eine Karotte oder ein Stück Kohlrabi bekommt, denn das Belohnungssystem des Gehirns (und die Gewohnheit) verlangt nach schnell verfügbarer Energie und Wohlgefühl.

Meist wird unter Zeitdruck gegessen. Und auch die Wahrnehmung dessen, was gegessen wird und das Bewusstsein für die verzehrten Mengen, sind gering. Die ganze Handlung ist impulsiv und verläuft, ohne dass wir groß darüber nachdenken müssen. Die gewählten Lebensmittel sind schwer zu kontrollieren – denn wer hört nach einem halben Schokoriegel bereits auf? Und: Gesündigt? – Dann ist es eh egal. Kennen Sie diese Gedanken und Gefühle?

Nehmen Sie Ihr DiP-Ernährungstagebuch und Ihr Diagramm zur Essensmotivation zur Hand:

  • In welchen Situationen packt Sie das Verlangen nach Essen? Ist ein Muster erkennbar?
  • Verteilen sich viele kleine Snacks über den Tag? Vielleicht sogar nachts?
  • Haben diese Snacks häufig einen roten Ampelpunkt?
  • Ist das Häkchen bei der Motivation häufig bei Stress oder den anderen Emotionen gesetzt?
  • Wenn es emotionaler Hunger war, können Sie sich noch an die Situation erinnern und was dahinter steckte?
  • Fühlten Sie sich nach diesen Snacks wohl oder eher frustriert? Haben Sie ein Sättigungssignal erhalten?

Langfristig steigt das Rückfall-Risiko 

In Schritt 8 haben Sie eingehend das Thema Ausrutscher und Rückfälle studiert. Wenn in bestimmten Situationen zu Schokolade, Chips & Co. gegriffen wird, um die Nerven zu beruhigen, ist höchstens ein Ausrutscher passiert. Vermeiden Sie Selbstvorwürfe, denn wie wollen Sie sich z.B. auf eine komplizierte Aufgabe konzentrieren, wenn die Energie für Ihr inneres Zwiegespräch draufgeht? Und Sie können schon im nächsten Schritt, wenn die Anspannung weicht bzw. die Aufgabe erledigt ist, zu Ihren neuen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zurückkehren – und das mit vollem Elan.

Bleibt es allerdings nicht bei einem Ausrutscher – und wird in stressigen oder anderen emotional aufgeladenen Momenten regelmäßig in die Nasch-Schublade gegriffen, beschreiten Sie einen sehr beschwerlichen Weg Richtung DiP-Ziel und das Risiko für einen Rückfall steigt leider.



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