published in 'AufDerSuche von Juptr' on Juptr.io

0
0

#aufdersuche nach dem Kind in mir

"Die Kinder von heute sollten lieber danach streben, wie die Kinder von damals zu leben. So wie du und ich, wir alle sollten das tun."

Eine kleine Anekdote an die Kindheit. 

In Poetry Form. Bis zum Ende lesen lohnt sich. :)  

#aufdersuche

 

Früher fuhr ich mit meinem Fahrrad durch die Hood, spielte mit den Nachbarn auf den Straßen, kurz klingeln und fragen - kein Facebook, keine Handys um uns zu treffen - stundenlang die Zeit vergessen, während wir uns mit den Stöcken bekriegten oder giftige Tränke brauten, uns mit Dreck die Kleider versauten. Die Magie war unsere Phantasie und wir lernten alle Zauberformeln und Sprachen, die wir brauchten, um dieser glorreichen Energie Farbe einzuhauchen. Wir tauchten ein in unsere Welten, in denen nur unsere Regeln gelten. Nichts und niemand konnte uns davon abbringen singend durch die Wälder zu streifen. Wir hatten kein Geld und konnten uns trotzdem alles leisten. 

Was gäbe ich dafür nochmals so unbeschwert zu leben, zu lachen, scheiße zu machen ohne an die Konsequenzen zu denken. Mich nicht zu verschränken um in der Gesellschaft meinen Platz zu finden. All die Barrieren zu überwinden, die mit dem Alter immer höher und höher werden, während wir unsere reinen Kinderherzen verderben und zu spießigen Erwachsenen werden, die sich über den Lärm beschweren, die wenige Zeit, so viel Konsum. Liegt es doch an uns was wir tun. 

Das Leben um uns herum pulsiert und ich, ich stecke mittendrin, schaue zurück, schaue nach vorn - dreh mich im Kreis - fühl mich verlorn'.

Auch heute ziehe ich singend durch die Straßen, doch meistens liegt es nicht mehr an meiner frohen Natur, sondern der Menge an Alkohol - meist pur. Ich treffe weiterhin jeden Tag Menschen, doch erzählt nur noch jeder von seinen Problemen. Zuhören haben wir alle verlernt. "ICH" steht im Mittelpunkt nicht "DU". Und schon wieder geht es nur um MICH, MICH, ICH.. Während ihr hier nur halbherzig lest und überlegt wie lange der Text wohl noch geht, wann ihr endlich im Bett liegen könnt, euch in den Gedanken an morgen verrennt, an das was noch zu tun ist. Anstatt mit mir im Jetzt zu leben. Lasst uns die Gläser heben und darauf anstoßen, dass wir alle hier gemeinsam sitzen. In unseren Augen glitzert noch der Funke Phantasie, den wir alle brauchen um unseren Leben wieder Atem einzuhauchen.

Vergessen wir die Pläne, die wir schmieden, vergessen wir was wir tun sollen, aber nicht wollen. Man muss nicht nach der großen Liebe suchen, sich nicht beweisen, nicht die ganze Welt bereisen um anzukommen. Wir brauchen keine Millionen auf dem Konto, nicht die perfekten Maße und die Designerklamotten, die eh nur im Schrank verrotten. Ich muss kein Manager sein und keinen Porsche fahren, muss nicht für meinen Lebenslauf leben und anderen gefallen.

Meine einzigen Pläne sind keine zu haben und zu werden wie in den alten Kindheitstagen. Nicht wie die Kinder von heute, die mit dem Handy in der Hand durch die Gegend rennen ohne das Leben zu erkennen. Die nicht wissen was es heißt Hütten im Wald zu bauen, sich Witze um die Ohren zu hauen. Die Kinder von heute sollten lieber danach streben, wie die Kinder von damals zu leben. So wie du und ich, wir alle sollten das tun.

Immer schneller und schneller wollen wir leben, noch mehr und mehr geben, mehr Menschen kennen, noch schnell einen Marathon rennen, dabei den Mann unserer Träume finden, uns verlieben und auf den höchsten Berg steigen um dann...

.. in die Tiefe zu fallen und merken, dass wir all das vielleicht gar nicht brauchen. Das Am Ende des Tages die wahre Liebe nicht die ist, die wir abends treffen und morgen vergessen, sondern die Menschen, die wir täglich sehen, die uns kennen wie kein anderer. Die wissen von unseren schlechten Seiten und uns trotzdem in den Armen halten, wenn wir mal wieder scheiße gebaut haben. Daran sollten wir halten und nicht unsere Zeit verschwenden, rennend durchs Leben zu eilen. Lieber in dem Augenblick verweilen. 



Published in: