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khenghuber


khenghuber

Grüne Smoothies treffen auf Starkstromleitungen

Es wird gebaut, bis sich die obligatorischen Balken biegen und der Geldbeutel, denn die Eigentumswohnungen sind fast unerschwinglich. Dennoch ziehen immer mehr Familien nach Berlin-Pankow, mutmaßlich, weil das schwäbische Prenzlberg schon voll ist und man ja in direkter Nachbarschaft zu den Gleichgesinnten sein will. Und den Kinderwagen kann man ja leicht in die Kollwitzstraße schieben, zu dem Café mit grünem Smoothie.

 

Vor ein paar Tagen wollte ich mir die Idylle ansehen, aber ich traute meinen Augen nicht, als ich im Eschengraben spazieren ging. Mein Latte Macchiato im Pappbecher (Umweltverschmutzung - ich schäme mich!!) fiel mir fast aus der Hand, als ich an der Trelleborg-Grundschule vorbei kam.

Über das gesamte Schulgelände und dem Pausenhof hängen dicke Stromleitungen und ein gigantischer Strommast steht auf dem Schulhof.

Sofort kam mir der Ausspruch unserer Bundeskanzlerin in den Sinn:

"

„Kinder sind unsere Zukunft.“

Ich weiß ja nicht wie Angela Merkel diesen Satz gemeint hat, aber mir scheint die Verbindung von Stromleitungen und Kindern nicht gerade eine geeignete Methode für eine unbeschwerte Zukunft zu sein.

 

Starkstromleitung über der Schule

Ich holte mein Smartphone heraus und googelte (auch nicht gerade korrekt!). Sofort starrten mich zwei Wörter wie kalte Fischaugen an: Leukämie und Alzheimer. Ich lernte, es gibt keine eindeutigen wissenschaftlichen Ergebnisse, dass Kinder in der Nähe von Stromleitungen vermehrt an Blutkrebs erkranken und Erwachsene (in diesem Fall die Lehrer und Lehrerinnen – welch eine Ironie!) an Alzheimer leiden. Natürlich nicht, wie sollte es auch anders sein.

In einer Weisheit aus dem Sudan heißt es: „Erst die Gesundheit, dann das Geld“. In Deutschland wird vermutlich nach dem Motto verfahren: „Erst das Geld und dann die Gesundheit“.

Wie sonst würde es angehen, dass die Interessen der Stromkonzerne über der Gesundheit der Menschen liegen.

Forscher der Universität Bern beziffern die Möglichkeit an Alzheimer zu erkranken als doppelt so hoch für Erwachsene, die sich in der Nähe von Strommasten aufhalten. Und Mitarbeiter des Instituts „Prävention und Sozialmedizin“ fanden heraus, dass die Strahlung der elektromagnetischen Felder Leukämie bei Kindern hervorrufen können. Der Konjunktiv reicht offenbar der Bundesregierung, um nichts zu unternehmen. Angeblich konnte bei Tierversuchen nichts nachgewiesen werden. Welch ein Glück auch für die Strom-Politiker-Lobby! Oder haben sie die Studie selber in Auftrag gegeben? Ich ertappe mich schon wieder bei einer meiner Verschwörungstheorien. Es ist bestimmt alles mit rechten Dingen zugegangen, wie beim BER, oder?

 

Ich frage mich, ob die liebenden Eltern sich nie über Gesundheitsschäden durch Starkstromleitungen informiert haben. Wahrscheinlich denken sie, grüne Smoothies und vegane Ernährung hält die Strahlung der elektromagnetischen Felder ab. Vielleicht sollte man den Eltern in Pankow bei der Einschulung in die Trelleborg-Grundschule einen Beipackzettel mitgeben: „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker“.

Gerade eben habe ich auf Nachfrage erfahren, dass die Neuanmeldungen in der Trelleborg-Grundschule zurück gegangen sind, weil viele Eltern ihre Kinder auf Privatschulen schicken. Sicherlich weit weg von den Strommasten. Wenn sie jetzt noch darauf achten, dass ihre fünf Zimmer Neubauwohnungen mindestens 50 Meter von jedem Strommast entfernt sind, haben sie alles richtig gemacht, oder auch nicht!?

 



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