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Die Suche geht immer weiter.

Suche um der Suche willen.

 

Suchen wir nicht alle nach etwas? Auch wenn die meisten es vielleicht gar nicht wissen oder wahrhaben wollen? Die einen suchen nach der Liebe, andere nach Erfolg, Glück und Reichtum. Andere wollen einfach nur jemanden mit dem sie vögeln können. Wieder andere-ganz andere Leute-suchen nach Teilchen, die man mit bloßen Auge nicht einmal sehen kann oder nach dunkler Materie oder dunkler Energie ( hier kann man sich nun streiten, was dunkler ist). Philosophen suchen nach der Wahrheit. Alle suchen irgend etwas und wenn es nur diese eine bestimmte Tütensuppe, die die Frau so toll findet. 

Selbst Wesen, die nicht mit Intelligenz oder Vernunft belastet sind, suchen. Meistens Nahrung. Das ist eine einfachere Form der Suche, das Objekt ist klar umrissen. Bei uns Menschen ist das nicht so einfach, viele sind mehr oder weniger auf der Suche nach sich selbst, gerade so als ob jemand anderes da sucht und nicht man selbst. Hier verstricken sich viele in einem Knäuel aus sich selbst und landen dann auf einer Esoterik-Messe und kaufen Kristalleinhörner. Wozu Kristalleinhörner auch immer gut sein mögen. Es gibt auch viele, die suchen ohne zu wissen, was sie genau suchen. Sie suchen um der Suche willen. Denn irgendwann ist jede Suche zu Ende. Spätestens mit dem Ende des Lebens, dem Tod, endet die Suche. Oder auch nicht, so sicher kann man sich da nicht sein. Es stellt sich die Frage, ob man das, was man vorgeblich sich, überhaupt finden möchte. Jeder braucht eine Aufgabe im Leben. Und wenn es nur die Suche nach Tütensuppe ist.

Ich selbst bin auf der Suche nach Wissen. Warum weiß ich selbst nicht. Tütensuppe juckt mich nicht, ich mag sie halt einfach nicht. Aber Wissen und neue Erkenntnisse reizen mich, führen mich auf die seltsamsten Wege und lässt mich für viele andere eher seltsam erscheinen. Ich weiß niemals genug. Ich suche aber nicht nur nach Wissen. Ich suche auch nach den Werkzeugen, um das Wissen zu bändigen und zu beherrschen und schließlich auch anzuwenden. Es ist eine Jagd, die niemals endet. Denn unser Wissen wächst, mit jeder Sekunde, mit jedem Buchstaben, den ich hier tippe, wächst es. Unaufhörlich. Auch wenn es viele Menschen gibt, denen das nicht gefällt und die lieber im frühesten Mittelalter leben möchten und die alles, was ihren Erfahrungen und ihrem ziemlich begrenzten Wissen widersprechen, ablehnen. Fehlt nur noch, dass diese Leute wieder anfangen, Leute wie mich auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Die Suche nach Wissen kann auch gefährlich werden. Schnell landet man dort, wo man eigentlich gar nicht hin will und beginnt Kondensstreifen von Flugzeugen für "Chemtrails" zu halten. Daher auch die Werkzeuge. Das menschliche Gehirn ist eben nicht im richtigen Denken geübt. 

Ich bin aber, natürlich, auf der Suche, nach dem einen Ding, dass mich aus der Abhängigkeit befreit. Nach der Sache, die ich am allerbesten kann. Keine Ahnung was das ist oder sein könnte. Ich suche und es kann sein -das befürchte ich - das ich noch eine Zeitlang suche. Das macht aber nichts, in der Zwischenzeit kann ich andere Dinge tun, andere Dinge suchen. Das eine Buch, von dem ich noch gar nicht weiß, dass es das gibt. Die eine Erkenntnis, die tausend Fragen aufwirft. Die eine Situation, die mich um Atem ringen lässt. 

Aber am besten ist es, wenn man etwas ganze anderes sucht und dann etwas findet, dass man gar nicht sucht. Was dann aber tausendmal besser ist, als das was an eigentlich gesucht hat. 

Das ist die beste Art des Findens. Dann geht aber eine neue Suche los.

Und das ist auch gut so. Man braucht ja was zu tun. Und wenn es nur die Suche nach Feuchttüchern und den Windeln ist.



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