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WorldWideTravelling


Mona

10 Tage In Myanmar

Manchmal hat man in Südostasien nicht genug Zeit, um sich jedes Land ausgiebig anzuschauen. Dennoch sollte Myanmar auf der Reise nicht ausgelassen werden, denn auch schon eine kurze Zeit ist mehr als empfehlenswert in diesem kulturellen Land.

 

Auf dem Weg von Kalaw zum Inle Lake

In Myanmar gibt es vieles zu entdecken. Ob Traumstrände, alte Tempel, oder aber die Bergregionen. Um das Land bis ins kleinste Detail zu erkunden bräuchte man Monate. Aber auch in kurzer Zeit kann ein unvergessliches Erlebnis entstehen. Hierzu muss man zunächst jedoch beachten, dass für das Land ein Visum von Nöten ist. Dieses ist Online zu beantragen und nimmt ca. 3 Tage für die Bearbeitung in Anspruch. Das Visum ist auf unterschiedlichen Online-Portalen verfügbar. Jedoch werden verschiedene Preise angegeben (ca. 50 -90 $). Nach erfolgreichem Antrag kann das Land innerhalb von 90 Tagen betreten werden. Die beste Variante ist es, das eVisum über die offizielle Homepage des Immigration Offices zu beantragen. 

Außer dem Visum sind keine großen Planungen nötig. Ein gut ausgebautes Streckensystem der Busse und ein stetig wachsendes Angebot an Unterkünften bieten machen spontane Reisen möglich.

...

Wie bereits beschrieben, kann das Land auch in relativ kurzer Zeit gut bereist werden. Hier sind Tipps, welche Orte man unbedingt aufsuchen sollte und vor allem, wie lange sich ein Aufenthalt dort lohnt.

Tag 1: Yangon

Die einfachste Einreise nach Myanmar ist mit dem Flugzeug. Zwar gibt es auch Busverbindungen aus Thailand über Bangkok oder Chiang Mai. Jedoch ist die Busfahrt sehr lang und es kann zu Komplikationen an den Grenzübergängen kommen. Aus diesem Grund ist die sicherste Möglichkeit das Flugzeug. Meist landet man dann in Yangon.

Um die Stadt ohne großen Aufwand zu erkunden sucht man sich am besten eine Unterkunft in Downtown. Von hieraus sind – wenn man es denn günstig möchte – alle wichtigen Sehenswürdigkeiten fußläufig zu erreichen. Unbedingt besuchen sollte man die Shwedagon Pagoda, welche mit ihrer goldenen Pracht überzeugt. Täglich können hier Menschen beim Beten beobachtet werden. Auch der große Hauptmarkt ist einen Besuch wert. Besonders schön ist es, sich ohne Pläne durch die Straßen von Yangon Downtown zu bewegen. In der Nebensaison trifft man während des Spazierganges kaum auf andere Touristen. So kann man sich voll und ganz auf das Treiben konzentrieren und die Lebensweise der Menschen studieren.

In Yangon reicht es vollkommen aus, wenn man einen vollen Tag zur Verfügung hat. Besonders Reisende mit einem kurzen Zeitfenster sollten ihre Zeit nicht in Yangon verschwenden. Wer jedoch mehr Zeit haben sollte, kann sich in den Zug der Circle Line setzen, welcher innerhalb von 3 Stunden einmal um Yangon herumfährt. Die Bahn fährt im 20-Minuten-Takt. Ein Ticket koste umgerechnet  ungefähr 80 Cent und ist an Gleis 7 des Bahnhofes zu erwerben. Die freundlichen Mitarbeiter der Bahn oder auch Einheimische sind äußerst hilfsbereit und weisen den Weg zum richtigen Schalter. 

Während der Fahrt erhält man einen guten Einblick  in den Alltag des städtischen Lebens von Yangon. So erlebt man zuerst das typische Leben in einer Großstadt. Je weiter die Bahn Richtung Norden fährt, desto ländlicher wird die Gegend. Man rollt vorbei an Wellblechhütten , die zu nah an den Bahngleisen liegen, beobachtet Hühnerkämpfe und wirft einen Blick auf das Gefängnis. An der Haltestelle ‚Insein’ befindet sich ein sehr bekannter Markt außerhalb der Stadt. Dorthin bringen Einheimische ihre Waren, oder besteigen den Zug ihre Einkäufe nach Hause zu bringen. Wer wirklich viel Zeit mitbringt sollte hier auf jeden Fall aussteigen,um über den Markt mit frischem Obst, Früchten und Hühnerkämpfen zu schlendern.

 

Goldener Anblick der Shwedagon-Pagoda

 

Täglich kommen Menschen zum Beten an die Shwedagon-Pagoda. Hier gibt es für jeden Tag der Woche einen bestimmten Betplatz. 

 

Die Hinterstraßen der Großstadt

 

Circle Line 

 

Auf offener Straße wird die Nationaldroge der Betelnuss zum Verkauf angeboten. 

Tag 2-4: Bagan

Von Yangon nach Bangan fährt man mit dem Bus am besten über Nacht. So spart man das Geld für eine Übernachtung. Busse können meist in der jeweiligen Unterkunft gebucht werden. Da der Bus früh morgens in Bagan ankommt, hat man bereits den kompletten ersten Tag für Tempelbesichtigungen zur Verfügung. Auch ein zweiter Tag für die Tempel ist zu empfehlen. Die gesamte Anlage der alten Königsstadt ist riesig und bietet unzählige Wege und Möglichkeiten immer wieder neue Tempel zu entdecken. Ob weitere Tage zwischen den Tempeln notwendig sind muss jeder für sich selber entscheiden. Man kann durchaus noch weitere Tage immer wieder neue Tempel und Pagoden entdecken. Hier ist jedoch auch zu sagen, dass sich die Tempel nach einiger Zeit sehr ähneln und der Reiz des Entdeckens schwindet. Für Reisende mit knapper Zeit sind 2-2 ½ Tage ein perfektes Mittelmaß. 

Weitere Informationen über Bagan findet ihr hier: 

 

Sonnenaufgang in Bagan: Ein Muss!

 

 

 

Die Tempelanlage ist am besten mit dem Fahrrad zu erkunden ...

 

... oder alternativ eine Kutsche wählen!

 

Bewohner der angrenzenden Dörfer bewirtschaften noch heute die Felder in der alten Tempelanlage.

Tag 4-7: Kalaw - Inle Lake

Das Highlight einer jeden Myanmar-Reise ist ein mehrtägiges Trekking durch die bergige Landschaft Myanmars bis hin zum wunderschönen Inle Lake. Ein bekannter Startort ist das ruhige Örtchen Kalaw. Von hier aus bieten mehrere Tour-Agencies verschiedene Touren an. Die Touren unterscheiden sich meist in ihrer Länge. Es gibt standartmäßig 1-, 2-, oder 3-Tages Touren. Je nach Länge wird ein Teil der Reise mit dem Auto durchgeführt. Endpunkt ist immer die Stadt Nyaung Shwe am Inle Lake.

Während des Trekkings schläft man bei einheimischen Familien in einem großen Zimmer auf dünnen Bambusmatten oder Matratzen. Eure Guides kochen für euch und dann wird gemeinsam gegessen. Das Übernachten in den kleinen Dörfern verschafft einzigartige Erfahrungen und Abenteuer. Bei dieser Tour kann man sich auf authentische Dörfer und Unterkünfte gefasst machen. Die vorhandenen Duschen dienen teilweise nur für eine ausreichende Katzendusche. Das Wasser wird über ein dünnes Rohr in einen Tank geführt. Aus diesem Tank wird das Wasser mit einer Kelle oder Eimer entnommen und über den Körper geschüttet. An sich kein Problem. Nur leider fehlt es vielen Duschen an einer Abtrennung. Durch nicht vorhandene Wände können alle Dorfbewohner den Reisenden bereits von der Straße aus beim Duschen beobachten. Häufig befindet sich der Stall der Wasserbüffel unter dem zur Verfügung gestellten Schlafraum. Wer nicht gerade eine verstopfte Nase hat wird sich also auch mit tierischem Gestank vertraut machen müssen. Dies sind aber nur wenige Einschränkungen auf den Spuren des wirklichen Lebens in Myanmar. 

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Eine gute Übernachtungsmöglichkeit in Kalaw ist das Richards Inn. Der sehr nette alte Herr stellt die freien Zimmer seiner Kinder den Touristen als Schlafraum zur Verfügung. Dadurch entsteht eine familiäre Atmosphäre. Das Haus an sich ist wirklich schön und erinnert an ein normales Familienhaus. Man darf aber keinen Luxus erwarten. Stattdessen bekommt man schon hier das Gefühl vom Leben der Einheimischen. 

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Bei den vielen Tour-Agencies in Kalaw ist es schwer sich für eine zu entscheiden. Besonders gute Touren bietet Sam’s Family an. Mehrjährige Erfahrung und lokale Guides machen das Trekking unvergesslich. Besonders schön ist es sich mit den Guides über ihr Leben zu unterhalten. Viele haben nur während der Touren mit Hilfe der Touristen Englisch gelernt.

Eine Unterkunft am Inle Lake (Meist Nyaung Shwe) kann oft schon direkt in Kalaw bei der jeweiligen Agentur gebucht werden. Das überschüssige Gepäck wird dann ebenfalls innerhalb der Trekkingzeit in die ausgewählte Unterkunft gebracht. 

 

Eine atemberaubende, von Bergen geprägte Landschaft.

 

 

Typisch Asien: Auch in Myanmar findet man unzählige Reisfelder.

 

So ungefähr sehen Unterkünfte in den einheimischen Gastfamilien aus.

 

Während man das Innenland durchwandert trifft man auf einige versteckte Dörfer. Hier findet man auch Dorfschulen...

 

...mit den kleinen, aber sehr lauten Klassen. 

 

Ein Teil des Weges führt über die Bahnschienen. Aber Vorsicht...

 

...der Bahnverkehr ist auch hier noch in Betrieb!

 

Noch mehr tolle Landschaft zu bewundern. 

Tag 8: Inle Lake

Wer den ganzen Trekking-Weg bis zum Inle Lake auf sich genommen hat, gönnt sich am besten darauffolgend einen weiteren Tag, um die Umgebung am Inle Lake weiter zu erkunden oder einfach zu entspannen. Mögliche Aktivitäten sind z.B. einen Kochkurs besuchen, eine Massage im Spa genießen, Märkte erkunden usw. 

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Weitere Ideen findet ihr hier: 

 

Ein typischer Ein-Bein-Ruderer beim Fischen.

 

Tag 8-10: Mandalay

Wer trotz kurzer Zeit noch weiter in den Norden des Landes fahren möchte hat die Gelegenheit sich noch Mandalay anzuschauen. Von hieraus gibt es direkte Busverbindungen zurück nach Yangon, um den Rückflug zu erreichen. Alternativ kann der Rückflug auch aus Mandalay erfolgen. So steht einem noch mehr Zeit zur Verfügung.

Die alte Königsstadt Mandalay ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Sehenswürdigkeiten sind der Mandalay Hill, der Königspalast sowie diverse Pagoden, die sich in der gesamten Stadt verteilen. Darunter zum Beispiel die Kothodaw-Pagode mit dem ‚größten Buch der Welt’. In der Mahamuni-Pagode kann die heiligste Buddha-Statue des gesamten Landes bestaunt werden. Diese wird auch heute noch täglich von den Besuchern mit Blattgold bestückt. Passend dazu können in Mandalay die sogenannten Goldschläger bei ihrer Arbeit beobachtet werden. In Werkstätten kann so die Blattgold-Produktion von Anfang bis Ende begleitet werden.



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