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All you need is...Liverpool!

Meine Liebeserklärung an die wohl faszinierendste Stadt Englands

 

Liverpool it cool!

 

Albert Docks - UNESCO Weltkulturerbe!

 

eine der drei Grazien

 

einmal an der Anfield Road...YNWA

„Fab Four, Graces Three, Cathedrals Two, Liverpool ONE“

Besser und passender kann man kaum am Flughafen begrüßt werden. Denn Liverpool hat all das und somit mehr zu bieten als nur die Geburtsstadt der berühmtesten Band der Welt zu sein! Für mich hat Liverpool genau die richtige Größe einer Stadt und außerdem richtig viel zu bieten: eine Hafenpromenade mit sehr markanten Gebäuden, wie z.B. dem Cunard und Royal Liver Building und der ständig anhaltenden Frage: Guckt der männliche Liverbird nun zum Hafen oder eher in die Stadt Richtung Pubs?

Darüber werden tatsächlich ganze Abhandlungen geschrieben! Auch die Frage, ob das nun ein Greiff oder ein Kormoran sein soll...oder ein Mix aus beidem? Auf jeden Fall ein Federtier mit Potenzial für allerhand komische Geschichten. Egal in welche Richtung nun der männliche oder weibliche Mythenvogel schaut, das Gesamtensemble der Gebäude ist zauberhaft! „The Three Graces“ genannt deutet es auf die historische Bedeutung Liverpools hin. Die drei Grazien weisen einen Mix aus italienischer Palazzi Architektur und griechischen Antikelementen auf und lassen die einstige Bedeutung der Hafenstadt erahnen.

Ein paar Schritte weiter befinden sich die Albert Docks – UNESCO Welt-Kulturerbe! Im Charme eines alten Hafenspeichers findet man hier alles, was das Herz begehrt – von U-Boot Restaurants bis hin zu kleinen, niedlichen Shops. Das Yellow Submarine liegt im Übrigen auch dort im Hafenbecken. Wie sollte es anders sein, befindet sich natürlich auch die Beatles Story in den Albert Docks.

Es ist ein wirklich großartiges Museum! Ich weiß, dass viele von euch bei dem Wort Museum schon Langeweile bekommen, aber dann ward ihr noch nie in englischen Museen! Denn das sind lebendige Galerien, in denen man so gut wie alles anfassen und ausprobieren kann. Das ist ein pures und unvergessliches Erlebnis. Da kann man auch ruhig mal etwas mehr Eintritt zahlen. Die Beatles Story ist nicht nur für Fans der Pilzköpfe großartig. Faszinierend, wie die Frauen damals in den 60er reihenweise umgekippt sind, wenn die vier talentierten Musiker mit Bubifrisur auftraten. Videos und Tonaufnahmen lassen erahnen, was damals los war. Das legendäre Konzert auf dem Hausdach wird natürlich auch gezeigt. Ja, manchmal wünschte ich mir doch eine Zeitreise...Die kann man -zumindest ein bisschen- mit der Magical Mystery Bustour machen: Die Fahrer und Guides heißen – welche Zufall - Paul und/oder John und fahren vorbei an der Penny Lane, den Strawberry Fields...mit etwas Glück auch „beneath the blue suburban skies“.

Stärken könnt ihr euch in Liverpool z.B. in der Innenstadt in zahlreichen Restaurants, die wirklich alle klasse sind. Besonders hervorzuheben ist aber jedoch „The Woolkitchen“: Ein tolles Ambiente durch sehr hohe Deckenkonstruktionen und sehr leckeres Essen. Die gespielte Musik ist auch sehr eingängig und die Bedienung zu einem lockeren Scherzchen und Gespräch aufgelegt. Wobei ich diese Erfahrung eigentlich immer in England gemacht habe.

Aber was wäre Liverpool ohne Fußball? Genau: Irgendwie nur die Hälfte. An die Tickets zu kommen ist als Nicht-Brite etwas schwieriger bzw. teurer, aber es lohnt sich! Die Stimmung und Atmosphäre in einem englischen Fußballstadion ist nicht zu vergleichen mit den deutschen Stadien. Hier in England, im Mutterland des Fußballs, ist es mucksmäuschenstill, wenn das Spiel gestartet hat. Alle beobachten gebannt das Team und das Spiel um den Ball. Hier geht es wirklich noch um das Spiel an sich. Fangesänge gibt es nur, wenn ein Tor fällt oder eben vor Spielstart ein bisschen. Des Weiteren darf in den Stadien nicht geraucht werden. Einzig und allein der Rückweg mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine Qual, da zwar viele Busse bereit stehen, die aber auch sehr schnell voll sind. Freundlich, wie die Engländer nun mal sind, steht dann draußen am Bus „Sorry, I am full“. Trifft auch auf den ein oder anderen Fan zu, aber das ist ja bei Sportstätten dieser Art nichts Ungewöhnliches.

Falls ihr vorher oder hinterher noch in einem Pub an Anfield Road einkehren wollt, so empfehle ich euch „The Albert“. Fanschals aus aller Welt und eine coole Atmosphäre. Lustige und geschwätzige Engländer gibt’s kostenlos on top. Was wollt ihr mehr? Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt auch und falls ihr einen Schal eures Heimatvereins dabei habt, fragt einfach nach, wo ihr den noch anbringen könnt. Da wird sich sicherlich noch ein Plätzchen finden lassen.

Falls ihr allerdings nicht so auf Fußball steht und lieber shoppen wollt, so führt kein Weg vorbei am Liverpool ONE. Zum einen im wahrsten Sinne des Wortes, da es ein unvorstellbar großer Einkaufskomplex mit mehreren Etagen ist und zum anderen wirklich alles bietet, was das Herz begehrt. Auch Kinos, Bowlingbahnen etc. Auch eine Alternative bei regnerischen Tagen. Gleich in der Nähe liegt auch noch ein tolles empfehlenswertes Restaurant und zwar das von Starkoch Jamie Oliver. Was ich an seinem Restaurantkonzept wirklich mag und schätze, ist die Tatsache, dass man zwischen einer kleinen und normalen Portion wählen kann. Außerdem stehen außergewöhnliche Gemüsesorten und -saucen auf der Karte, alles andere also als ein „gewöhnlicher“ Italiener. Die Speisen sind auch nicht teurer als in anderen Lokalitäten, was man allgemeinhin ja annimmt, wenn man ein Star-Koch Restaurant aufsucht.

Für die Architektur und Weitblick Fans unter euch habe ich natürlich auch einen Tipp: Die Liverpool Cathedral. Von oben habt ihr einen wunderbaren Blick über die Stadt, aber Vorsicht: Die letzten paar Meter müssen über eine sehr steile Wendeltreppe zu Fuß zurückgelegt werden und kann den oder anderen Schweißausbruch verursachen. Funny Fact zu der Kathedrale: Der Architekt Giles Gilbert Scott hat nicht nur diese imposante Kirche erschaffen, sondern auch die typisch unverwechselbaren britischen Telefonzellen!

Die Einkehr in eines der zahlreichen Pubs empfehle ich euch für eure Abendgestaltung. Nunja, da gibt es ja in England gefühlt an jeder Ecke eines. Welches ich aber sehr gut in Erinnerung behalten habe, ist „The Empire“. Hier gibt es leckeren Beerencider und eine sehr charmante Bedienung. Karaoke Abende gibt es auch, die in der Tat sehr unterhaltsam sind. Aber nicht weil die Leute so schlecht singen, sondern echt richtig gut sind! Bei so viel Euphorie bleibt es auch nicht aus, dass das Publikum fröhlich mitsingt und dann kann es schon mal passieren, dass ihr euch inmitten von Depeche Modes „I just can’t get enough“ wiederfindet und plötzlich sogar den Text mitsingen könnt. Der Titel passt allerdings auch perfekt zur Stadt selbst, denn es gibt eine Vielzahl an Museen und Galerien, auch recht außergewöhnliche wie z.B. das „UK Border Agency National Museum“, das sich komplett der Materie von Zöllnern und Schmugglern widmet…

Zum Abschluss bleiben mir nur ein paar Zeilen der Liverpooler Band Gerry and The Peacemakers, die sie ihrer Heimat gewidmet haben:

„So ferry, cross the Mersey

'Cause this land's the place I love

And here I'll stay“

P.S.: Gerry and The Peacemakers – das sind doch die mit der Fußball-Hymne „You'll never walk alone“? Jaaaa, sie sind es! :o)



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