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Mona

Bagan

Unterwegs im alten Königreich

 

Das Bild Bagans, so wie es heutzutage noch vorzufinden ist, ist dem König Anawratha zu verdanken. Dieser bestieg den Thron 1044 und ernannte Bagan zu der neuen Hauptstadt. In der burmesischen Tradition wechselte die Hauptstadt mit jedem Herrschaftswechsel. So gehörte Bagan auch schon im 9. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Orte in dem heutigen Myanmar.

König Anawratha und sein Nachfolger und Sohn Kyanzittha führten die Stadt in eine glorreiche Zeit. Die Priester des Schlangenkultes wurden verjagt und der Theravada-Buddhismus enthielt Einzug. Das Herrschaftsgebiet wurde bis zu den Mon-Zentren ausgeweitet. Dadurch wurde die Mon-Schrift sowie -Kultur übernommen. Das Königreich strotze vor materiellen und kulturellen Ressourcen. Bagan als Hauptstadt erreichte bald eine Fläche von ca. 40 km2.

Im 13. Jahrhundert erlitt das Reich einen schweren Schlag. Durch die hohen Kosten für Tempelbauten war das Reich geschwächt. Umso einfacher war das Eindringen für die Thai und Mongolen. Um das Land zu schützen ließ der König Narathihapate einige Tempelanlagen abreißen, um daraus eine Mauer zu errichten. Nichtsdestotrotz gelang es den Mongolen im Jahr 1287 Bagan zu erobern. Bis zu diesem Niedergang wurden in Bagan 13.000 Tempel erbaut, welche im Laufe der Zeit zerfielen oder zerstört wurden.

Seit den 50er Jahren werden die Tempel in Bagan restauriert. Besonders in den Anfängen wurde hier jedoch leider fehlerhaft gearbeitet und es kam sogar zu noch größeren Schäden. Die meisten Schäden richtete jedoch das Erdbeben im Jahr 1975 an. Viele Tempel bestanden nur noch aus Schutt, wurden allerdings schnell neu aufgebaut. Hierbei wurden allerdings historische Details und Entwürfe außer Acht gelassen. Auch das Erdbeben im Jahr 2016 brachte große Schäden an einigen Tempeln. Das Beben erreichte eine Stärke von 6,8 und über 60 Pagoden wurden beschädigt. 

 

Sonnenaufgang über Bagan

Heute zählt Bagan mit seinen über 2.000 noch existierenden Tempeln zu den Must-Do’s während einer Myanmar-Reise.

Das Tempelgebiet ist von 3 Städten umgeben. Hierzu zählen Old Bagan, New Bagan und Nyaung U. Die Anreise kann mit Bus oder Flugzeug durchgeführt werden. Bei beiden Möglichkeiten wird man meistens in Nyaung U eintreffen. Hier warten bereits Taxis für die Touristen, die einen zur ausgewählten Unterkunft bringen. Da die Ankunft besonders bei der Fahrt mit dem Bus früh morgens ist, machen die Taxifahrer gerne einen Abstecher zu einem der vielen Tempel, um den Sonnenaufgang zu bestaunen. Grund hierfür ist, dass in den meisten Hostels bzw. Hotels die Rezeption noch nicht besetzt ist. In welchem der drei Orte die Unterkunft liegt spielt für die Tempelerkundung keine große Rolle. Hier kann man sich jeder ganz auf sein Budget oder seine Ansprüche konzentrieren. Die vielen Tempel und Pagoden verbinden die Städte, so dass man ohne Probleme von überall seine Erkundungstour beginnen kann.

Besonders bekannt sind die Ballonfahrten, bei denen man den perfekten Ausblick über die gesamte Anlage genießen kann. Man darf jedoch nicht außer Acht lassen, dass eine solche Aktion immer ein gewisses Budget voraussetzt. Bei Preisen im dreistelligen Bereich pro Person (!) sollte man sich gut überlegen, ob man hier investieren möchte.

Falls nicht, bleiben einem viele andere Möglichkeiten die Schönheit und Weite des alten Königreiches zu erblicken. Hierzu eignen sich besonders die berühmten Tempel Shewsandaw und Pyathadar. Diese zwei Tempel sind besonders zur frühen Morgenstunde (Shewsandaw), oder zum Sonnenuntergang (Pyathadar) heiß begehrt, da die Ausblicke atemberaubend sind. Dementsprechend ist jedoch auch mit einer hohen Anzahl von Touristen zu rechnen. Erreicht man die Tempel allerdings zu anderen Uhrzeiten, so kann man die Sicht in Ruhe genießen.

Neben diesen zwei Hauptattraktionen gibt es in Bagan noch über 2.000 weitere Tempel und Pagoden zu erkunden. Es ist fast unmöglich sich hier spezielle Tempel vorab herauszusuchen. Jeder Reisende hat einen anderen Lieblingstempel und dadurch kann eine To-Do-Liste zu einer unmöglichen Herausforderung werden. Wer sich dennoch einen Überblick über empfohlene Tempel machen möchte, kann dies zum Beispiel hier tun.


Alles in allem ist es jedoch empfehlenswert, sich einfach treiben zu lassen. Wer keinen konkreten Plan aufstellt, kann sich auch nachher nicht ärgern, wenn etwas ausgelassen werden musste. Natürlich kann es dann passieren, dass man auf seinem Weg den einen oder anderen wunderschönen Tempel verpasst. Allerdings ist es genauso schön sich frei auf dem Gelände zu bewegen und spontan Tempel zu entdecken. Überlegt nicht lange, wenn ihr an einer Kreuzung steht. Nehmt stattdessen einfach den Weg, welcher euch am meisten anspricht. So entgeht man nicht nur dem touristischen Treiben, sondern erlebt gleichzeitig ein Abenteuer und vielleicht trifft man sogar auf Einheimische.

Die Möglichkeiten, wie man die Tempel Bagans erkunden kann, sind vielseitig. Es gibt Autos, Kutschen, Scooter, E-Bikes oder Fahrräder. Letztere kann man für wenig Geld (ca.1 €/Tag) an den meistens Hostels/Hotels ausleihen. Besonders zu empfehlen ist eine Erkundungstour auf dem Fahrrad. Zum einen gibt es keine Motorgeräusche, welche die Ruhe und Einsamkeit stören können. Zum anderen verpasst man durch die langsame Geschwindigkeit keinen Tempel oder die schöne Landschaft. Das gibt einem Zeit, sich auf die Geschichte des Königreiches zu konzentrieren und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Auch wenn die Fahrt auf dem Fahrrad noch so friedlich ist, muss man sich bewusst sein, dass die meisten Wege aus Sand bestehen. Außerdem sollte man genügend Wasser und Proviant einpacken, sowie an einen Kopfschutz denken. 

 

Mit dem Fahrrad die Tempelanlage erkunden

 

Htilominlo-Tempel

 

Viele versteckte Tempel, die es zu entdecken gibt!

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Hostel-Tipp

Bagan ist alles in allem ein relativ teures Ziel in Südostasien. Die Preise für Hostels sind durchweg hoch. Allerdings weisen sie meist einen hohen Komfort auf, da sie erst vor ein paar Jahren erbaut wurden und dementsprechend neu sind. Das Ostello Bello in Neu-Bagan ist sehr empfehlenswert. Zwar gehört es nicht zu den billigsten Schlafmöglichkeiten, dafür bietet es jedoch sehr guten Komfort. Die Zimmer, ob Dorm oder Privatzimmer, sind stets gepflegt und einladend. Das Personal ist freundlich und immer für einen guten Insider-Tipp offen. Frühstück ist in dem Preis mit inbegriffen. Außerdem gibt es von 19-21 Uhr gratis Abendessen und weitere Angebote, die den Aufenthalt unvergesslich machen. Direkt vor dem Hostel befindet sich ein Rental-Service mit Fahrrädern und E-Bikes. Auch eine Tour-Agency ist direkt an dem Hostel. Hier kann man direkt seine Weiterfahrt nach Mandalay, Kalaw oder zum Inle-Lake planen. 

Insider-Tipp

Für eine Reise nach Bagan sollte man ausreichend Bargeld zur Hand haben. Es gibt vor Ort zwar genügend ATM's, auf diese sollte man sich allerdings nicht verlassen. So kann es vorkommen, dass man einige Automaten abklappern muss, bevor man an Bargeld herankommt. Man benötigt nicht so viel Bargeld, dass man den gesamten Aufenthalt keinen ATM aufsuchen muss. Jedoch sollte man genug dabei haben, dass man im Notfall auf das Bargeld zurück greifen kann. 



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