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mein herz schlaegt (dir in die fresse, FILS DE PUTE <3 )


monsieurbuegelfrei

vita brevis/
ars longa

*96 zu frueh zu kiel

mutter seelenklempnerin vater schreiner ozeangespülter exmatrose noch zu scheiternder moebeldesigner dann museumswerkstattratte

erste erinnerungen im schwabenspiesz in moechtegernmetropole zwischen wein und reben und innerstaedtischer autobahn und bausündenwettkotzen und fremdheit waldorfkindergarten dann /schule dann karlsgenasiun humanistische bildung und hochnaesigkeit gepumpt dann ersguterjunge hymnuschor goldkehlchen sopran bachhaydnha/ändelmozartschuͤtz dann junge oper dann provinznest reichsstadt ravensburg am schussenstrand die alpenriesen schaun herein zu dir mit hellem silberschein sehn sich an dir doch niemals satt du wunderschoene schwabenstatt trommeln marschieren lokalstolz rutentheater rutenfest festzug nicht umzug in woigarte rägnets das rad trägt gen osten die landschaft wellt ins allgäu aus rad traegt auch mit dem bruder und zwei auf der passhoehe kotzenden juristen ueber die alpen geradelt theater um weiber abzukriegen dann doch immer zu schuechtern vorsprechen ernst busch zweite runde raus weil zu grotesk aber erstes mal gekuesst schauspielerin aelter schoen gedichtsms fifty shades of grey im kino aber vom film nix gesehn dann abi 2,0 in altgriechisch zu zweit odysseeproöm im original Ἄνδρα μοι ἔννεπε, Μοῦσα, πολύτροπον... als partygag immer gern genommen nach der schule verwirrung leere aus langeweile jiddisch zu lesen gelernt jitzchok lejb peretz שלום עליכם aus der idylle ausgebrochen nach leipzig auch nach dortigem abermaligem buehnenscheitern wegen grotesk aber koerperlich anglistik weil wenig zeit zur entscheidung und weit oben in der liste des angebots der alma mater die mich zu naehren sich nun anschickte den schwäbischen keuschheitsguertel im saechsischen gutmenschen/ und zeckenbiotop verloren franzoesisch nicht nur zu sprechen gelernt mit echter pariserin theater theater gegen legida gelaufen bis sie nicht mehr kamen in wien verliebt eine woche in der strahlenden sonne umher jedes haus angesehen und baugeschichtlich klassifiziert die ganze wiener literatur eingesammelt zweig altenberg perutz schnitzler im kopf weanerisch gelernt dann zug zurück richtung pleisze in prag anschluss(zug!) fahren lassen als deutscher bidungsbuerger und schuldbewusster gutmensch um die synagogen geschlichen um kafka geweint billiges bier einsam in europas intellektuellem bodensatz an der moldau stolz dem wuerstchenbrater na shledanou hingehustet auf den vyšehrad geschleppt auf die parkbank unter die laterne zu hart zu hell hinunter in den finsteren torbogen gefaltet zetretenes handy eines slowenen gefunden morgens die sonne über die dächer gezogen an der moldau entlang nur mit straßenkehrern mit sich vergeblich übergebenden angeblichen verblichenen jugendlichen die aus erdlöchern entflohen erschoepft in die sonne blinzelten auf der zauberhaft menschenbefreiten karlův most von meinem grellgruenbehemdeten slowenen fast gruszlos seine hirnprothese aus den haenden reiszen lassen im gassengeflecht den immer selben briten mit verschmiertem makeup und zottiger perücke ueber den weg irren lassen ihn zu fancy multiple exposures analogisiert dann den winter in manchester alle freude verloren also ins schloss meiner mutter im thurgau in leipzig dann schlieszlich befreiend von ebenfalls versächseltem ravensburger schriftstellerfreund fuer avantgardeundergroundstueck ohne buehnenraumtrennung engagiert mit echten schauspielstudenten die zu menschen geronnen zu freunden absanken dann auf kulturkollektivsgruendung manifest vorgetragen zu monsieur buͤgelfrei geworden dann schlag in den magen als Julian sprang aus dem 16. stock in berlin nach einer stunde in der stadt Julian Julian ein echter mensch ein groszartiger mensch auf beerdigung in bielefeld war es ploetzlich real und vorbei und wir wussten dass wir ihn nicht einmal gekannt hatten Julian Julian ich war soo stolz dich zu kennen und jetzt ist der knoten gebrochen und jetzt steh ich in der welt hab ein museum zuhause mit buecherbergen mit halberstaedter stuckstuecken mit wilhelminischen tapeten mit holzsäulen habe begonnen auf wienerisch zu rappen bald dann auf schwäbisch auf saechsisch fahr mit dem fahrrad nach kiew tanze naechtelang durch mach die groszeltern zu film lieb meine zazie meine freunde meine schwester den bruder die mutter den vater die welt

 

monsieur buͤgelfrei + mister doppelgænger

© luzie röcker



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