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Die Brise

Langsam brannte die Flüssigkeit sich einen Weg durch ihre Kehle in den Magen. Das Brennen war angenehm und in der letzten Zeit zu einem vertrauten Gefühl geworden.

Ihr Blick fiel auf das leere Blatt, zum Whiskey und dann wieder zum Blatt.

„Willkommen zurück!", murmelte sie zu ihrem Kopf, in dem sich wieder das Pochen breit machte.

 

 Langsam brannte die Flüssigkeit sich einen Weg durch ihre Kehle in den Magen. Das Brennen war angenehm und in der letzten Zeit zu einem vertrauten Gefühl geworden.

Ihr Blick fiel auf das leere Blatt, zum Whiskey und dann wieder zum Blatt.

„Willkommen zurück!", murmelte sie zu ihrem Kopf, in dem sich wieder das Pochen breit machte.

Der Stuhl knarzte als sie sich erhob, um zum Fenster zu gehen. Die kalte Brise der Nacht streichelte ihr Gesicht. Tief einatmend, schloss sie die Augen und genoss den Moment. Wie gerne sie sich einfach vom Wind wegtragen lassen würde- weit weg. Dorthin wo träumen noch was wert ist. Dorthin wo man frei ist. Dorthin wo man sich nicht nach der Brise sehnt die einen weg trägt.

Sie zwang sich zurück in die Gegenwart, fern von jeglichem Elan. Nachdem sie das Fenster geschlossen hatte, sah sie in dessen Spieglung wieder das Blatt. Noch immer kooperierte ihr Kopf nicht mit ihr, gab nicht die Füllung für das leere Blatt.

Von ihrem Schreibtisch starrte sie die Post an. Seufzend beschloss sie, sich diesem Stimmungskiller zu widmen, vielleicht versteckte sich doch eine Überraschung.

Mit einem letzten Hoffnungsschimmer in den Augen, schälte sie den Brief aus dem Kuvert. Die Zahlen auf dem Blatt in ihrer Hand lächelten sie diabolisch an, als würde es ihnen eine Freude bereiten, ihr den letzten Hoffnungsschimmer geraubt zu haben. „Wie viel roter können die Zahlen auf meinem Kontoauszug eigentlich noch werden?", fragte sie sich als sie den Zettel zu Boden warf.

Auf dem Weg zur Tür schnappte sie ihre Jacke.

Sie rannte hinaus auf die Straße und wartete...wartete auf die Brise!




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