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Requiem an ein gefallenes Sandkorn

 


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Von Menschen, die ihr Leben und ihre Zeit für die Träume anderer hingeben. In dem Streben sich selbst an die Spitze zu heben. Dabei in der Perpetuum-Mobile-Existenz eines Zahnrads schweben. Sich drehen, um sich selbst. Wie die sich selbst jagenden Zeiger einer der überall um sie verteilten Uhren, dem Ende der Schicht entgegen. Dabei nicht sehen, dass sie Tag für Tag in Routine leben.

Von denen, die zwar den Kreislauf erkannt, nicht auszubrechen vermögen. Nur fliehen, flehen um einen Weg der ihnen doch nur vor die Füße gelegt werden möge. Im Klagen, dass sich niemand auf sie bezöge. Die doch nur Phrasen Fremder dreschen, ihre Zeit mit Entschuldigungen verwässern und bei all dem Klagen ihr Leben dem Hauch des Rausches hingeben.

Doch zwischen den Extremen des endlosen Strebens bis zum Tag des Sterbens und dem bewussten In-sich-Gehens und der aus Resignation resultierenden Entscheidung des Dann-lieber-doch-nicht-Lebens. Ist dort die Schnittstelle der Sanduhrpole? Der Sammelpunkt des Verrinnens. Ins Detail vergrößert die Annäherung des unendlichen Erinnerns? Wo Zeit keine Bedeutung mehr erhält...wo sie anhält...und uns den Ausblick auf einen Augenblick des Erkennens schenkt? Auf die Miniatur-Wüste der Vergangenheit und der Zukunft und dazwischen fällt...

Bedeutet die Relativität von Zeit anzuerkennen, ihr Problem zu benennen, denn sie zu nutzen? Sie für eigene Zwecke zurechtzustutzen, sie in schillernde Folie mit Blümchentapete zu verputzen, um sich und anderen sagen zu können: „So sollte man Zeit nutzen?“ Nun verblasst mit der Zeit jeder Glanz und jede Tapete löst sich von der Wand. Zurück bleibt eben nur der einsame nackte Mensch, in die Zeit seiner begrenzten Existenz gestanzt, der so oder so träumend durchs verschwendete Leben ihn einholender Zukunftsvisionen tanzt. Was bleibt zu sagen, denen die leben im Streben ihre Zeit zu verschwenden, sie zum Guten zu wenden oder einfach zu nutzen, ohne ihr Andenken zu beschmutzen? Nichts, denn in der Schnittstelle der Sanduhrpole, die die Gegenwart eines jeden Moments bildet, kann eben nur ein Sandkorn gleichzeitig fallen, muss sich selbst gefallen in dem Wissen vergessen zu verhallen. Es stellt sich keine großen Fragen über alles, seine Existenz und den Eindruck, den es hinterlassen wird, da ein Sandkorn allein eben nicht die Schwere aller Zeit in sich birgt.



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